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Einfuehrung:


Als "Urolithiasis" wird ein Krankheitszustand bezeichnet, der durch das Vorhandensein und die Auswirkungen von Blasensteinen und Kristallen im Harntrakt verursacht wird. Die beim Hund am haeufigsten vorkommenden Harn- bzw. Blasensteine sind die sogenannten "Struvit" und "Kalziumoxalat" Steine. Sie werden besonders haeufig in der Blase der betroffenen Hunde entdeckt, koennen aber auch die Harnroehre, die Harnleiter oder Nieren verstopfen. Die Steinbildung wird von verschiedenen Faktoren wie Harnwegsinfektionen, genetischer Veranlagung und Ernährung des Hundes beeinflusst.



Struvitsteine:


Struvit ist ein aus verschiedenen Komponenten zusammengesetztes Mineral, das bei Harnsteinerkrankungen von Hund und Katze am häufigsten festgestellt wird. Vor allem bei Hunden und älteren Katzen sind Infektionen der harnableitenden Wege, besonders die Blasenentzündung, Ursache der Struvitsteinbildung. Die Stoffwechseltätigkeit bestimmter Bakterien führt dann zu einer Veränderung des Milieus in der Harnblase, wobei Struvit als Harnstein ausfallen kann. Ist der pH-Wert des Harnes zu "basisch" (pH > 6,5 - 7,0) und liegt zugleich eine Übersättigung des Harnes mit Magnesium und Phosphor vor, können Struvitsteine entstehen. Diese vergrößern sich besonders rasch. --------------------------------------------------------------------------------


Oxalatsteine:

Das zweithäufigste Mineral bei Harnstein-erkrankungen von Hund und Katze ist Kalziumoxalat. Das Milieu in der Harnblase spielt bei der Entstehung dieser Harnsteinart nicht die entscheidende Rolle. Wenn der pH-Wert des Harnes zu sauer (pH < 6,5) ist und zugleich eine Übersättigung des Harnes mit Kalcium und Oxalat besteht, ist die Bildung von Kalciumoxalatsteinen möglich.



Krankheitsanzeichen:

Struvit- und Kalciumoxalatsteine können den Blasenausgang oder die Harnröhre verlegen. Die ersten Anzeichen für eine Entzündung der Harnblase, eine Harnsteinbildung oder einen teilweisen Verschluss der Harnröhre sind blutiger Urin, häufiges Harnlassen in kleinen Portionen und schmerzhaftes Harnpressen.


Geschlecht

Obwohl Hündinnen für Erkrankungen der ableitenden Harnwege eher anfällig zu sein scheinen als Rüden, treten Harnsteine eher bei Rüden (63%) als bei Hündinnen (37%) auf. Bei Hündinnen werden eher Struvitsteine, bei Rüden eher Calciumoxalatsteine festgestellt.

Alter

Kristallbildung mit Entzündungen der Harnblase und/oder Verlegung der Harnröhre sind in jedem Alter möglich. Calciumoxalatkristalle treten vorwiegend bei männlichen und älteren Hunden auf.

Harn-pH

Das Futter beeinflusst, ob der Harn eines Hundes sauer oder basisch ist. Struvitsteine bilden sich eher in einem "basischen" (pH > 6,5 - 7,0) als in einem sauren (pH < 6,5) Harnmilieu. Auch die Bildung von Kalciumoxalatsteinen steht mit dem Harnmilieu im Zusammenhang. Allerdings ist hierbei von entscheidender Bedeutung, in welchem Umfang es zu einer Übersättigung des Harnes mit Calcium und Oxalat kommt. Wie neue Untersuchungen belegen, ist bei leicht saurem Harn-pH-Wert die Sättigung des Harnes mit Kalciumoxalat am niedrigsten

Mineralstoffe

Struvitkristalle bestehen aus Magnesium, Ammonium und Phosphor. Es gibt Hinweise, dass hohe Magnesiumgehalte des Futters, in Kombination mit einem basischen Harn-pH-Wert, die Entstehung von Struvitsteinen begünstigen. Eine Harnübersättigung mit Calcium- und Oxalat-Ionen, in Kombination mit einem übermäßig sauren Harn-pH-Wert, begünstigt die Bildung von Calciumoxalatsteinen.

Wasseraufnahme

Wenn ihr Hund wenig trinkt, ist es wahrscheinlicher, dass sein Harn höher konzentriert ist, d.h. es eher zu einer Übersättigung des Harnes mit Mineralstoffen und somit zur Kristallbildung kommt. Der freie Zugang zu frischem Wasser trägt zu einer guten Durchspülung von Nieren und Blase bei und wirkt somit vorbeugend gegen Erkrankungen der ableitenden Harnwege.

Gefahren:

Struvit- und Kalciumoxalatkonkremente können auch zu einer Verlegung der Harnröhre führen. Kommt es zu einem vollständigen Verschluss, füllt sich die Blase immer mehr. Harnpflichtige Abfallprodukte werden nicht mehr ausgeschieden und haben eine schleichende Vergiftung des Körpers zur Folge. Wenn sich giftige Stoffwechselendprodukte im Körper ansammeln, ruft dies beim Patienten Apathie, Appetitlosigkeit und Erbrechen hervor. Dieses lebensbedrohliche Stadium muss schnellstmöglich intensivmedizinisch behandelt werden.

Behandlung:

Je nach Schweregrad und Art der Steine ist entweder ein chirurgischer Eingriff oder Medikamente und/oder eine spezielle Diät notwendig. Chirurgie Wenn Steine den Harntrakt blockieren und die Urinpassage verhindern, ist eine Operation in der Regel unumgänglich. Allgemeine Regeln Frisches Trinkwasser muss jederzeit zur Verfügung stehen. Der Hund muss täglich genügend Auslauf haben. Wenn ein Hund seinen Urin zu lange zurückhalten muss, wird dieser konzentrierter, und damit erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer Blasensteinbildung. Diaeten Es gibt fuer die Aufloesung von Struvitsteinen spezielle Diaeten- am wichtigsten ist jedoch zunaechst die meist vorkommende Blasenentzuendung mit Antibiotika zu behandeln. Fuer die Aufloesung von Kalziumoxalatsteinen gibt es keine Diaet. Kalziumoxalatsteine werden am besten operativ entfernt. Die anschließende diätetische Behandlung hat den Sinn, die Bildung neuer Steine zu verhindern.